Hörakustik

Das übergeordnete Ziel des Forschungsbereichs besteht in der Entwicklung eines "physiologienahen auditorischen Modells". Auditorische Modelle haben generell die Aufgabe, die Eigenschaften des Gehörs hinsichtlich der Wahrnehmung zu beschreiben. Beispiele für Anwendungen:

  • Für automatische Spracherkenner werden auditorische Modelle als front-end eingesetzt, um die Fähigkeiten des Gehörs, Sprache auch unter ungünstigen Bedingungen zu erkennen, auszunutzen.
  • Bei der perzeptiven Codierung (z. B. MP3) benutzt man auditorische Modelle, um die erforderlichen Bitraten dadurch zu reduzieren, dass nicht wahrnehmbare Anteile weggelassen werden.
  • Für die Wiederherstellung des Hörvermögens durch Hörgeräte, Cochlea-Implantate und andere Hörhilfen werden auditorische Modelle benötigt, um Hörschäden gezielt kompensieren zu können.

Ein großes Problem liegt darin, dass alle bekannten auditorischen Modelle zwar bestimmte Aspekte der Wahrnehmung korrekt beschreiben, andere dagegen oft nur sehr unzuverlässig. Dies hängt damit zusammen, dass viele Modelle die tatsächlichen Vorgänge beim Hören recht abstrakt, z. B. durch Verwendung von Filtern und anderen systemtheoretischen Elementen, beschreiben. Im Gegensatz dazu bildet ein "physiologienahes" Modell die grundlegenden Mechanismen des peripheren Hörorgans relativ naturgetreu, aber ohne unnötige Detailgenauigkeit, nach. Nur auf diese Weise kann man erreichen, dass die dynamischen, nichtlinearen Vorgänge beim Hören mit einem einzigen Modell korrekt erfasst werden.


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Veröffentlichungen

Physiology-Based Auditory Model  (PhyBAM)

Hörgerät